Bindlach. Radfahren ist wieder im Trend. Radeln ist gesund, ökologisch, nachhaltig und wirtschaftlich. Viele Menschen sind in den zurückliegenden Wochen aufs Fahrrad umgestiegen und seit es E-Bikes gibt, sind auch Steigungen kein Problem mehr. Einzig die Radwegenetze müssen vielerorts noch optimiert werden, beispielsweise von Bayreuth ins Fichtelgebirge.
Der beste Weg dorthin führt über die Gemeinde Bindlach und die Stadt Goldkronach. Mittendrin, in Allersdorf, haben sich deshalb die beiden Bürgermeister Holger Bär (Goldkronach) und Christan Brunner (Bindlach) zusammen mit den beiden Abgeordneten Gudrun Brendel-Fischer (Landtag) und Dr. Silke Launert (Bundestag) zu einem Ortstermin getroffen. Mit dabei: Kurt Schnabel, Chef des zuständigen Staatlichen Bauamts Bayreuth und Lothar Winkler, Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung Oberfranken. Ziel ist es, die Radwege-Lücke zwischen dem Flugplatz und dem Kreisel in Laineck entlang der Staatsstraße 2163 zu schließen.
Der Lückenschluss würde die Attraktivität der Region für den Radverkehr erhöhen und sei zudem unter dem Aspekt der Sicherheit von großer Bedeutung, waren sich alle Teilnehmer einig. Früher sei der Flugplatzberg kein Thema gewesen, sagte der neue Bindlacher Bürgermeister Brunner. Doch seit es E-Bikes gibt, sei auch der Berg spielend zu bewältigen, die Strecke damit attraktiv geworden. Für ihn ist der Radweg ein wichtiges überörtliches Projekt, das Interesse daran sei keinesfalls nur aus Bindlacher Sicht begründet. Für den Fichtelgebirgsradweg wäre der Lückenschluss von großer Bedeutung, so Bürgermeister Bär aus Goldkronach. Er sprach von teilweise katastrophalen Bedingungen für Radler auf der Staatsstraße. Ein Radweg wäre ein großer Schritt hin zu mehr Sicherheit.
Einfach werde der Lückenschluss nicht, sagte die Landtagsabgeordnete Brendel-Fischer. Vor allem innerhalb der Ortschaft Allersdorf sehe sie große Problem. Gleichwohl wäre der Ausbau für alle Radler ideal. Brendel-Fischer zeigte sich trotz aller Probleme optimistisch, dass eine Lösung gefunden werden könnte. Besonders auch touristischer Sicht sei der Radweg interessant, so die Bundestagsabgeordnete Launert. Sie sprach sich dafür aus, das Verhältnis zwischen Bayreuth und Bindlach neu zu beleben und damit auch wieder Schwung in die Radwegefrage zu bringen.
„Einfach wird es nicht“, so der Leiter des Staatlichen Bauamts Bayreuth Kurt Schnabel. Gleichwohl sah auch er Handlungsbedarf. Er legte ein Planungskonzept vor, das bereits vor einigen Jahren einmal erstellt wurde. Dabei sei deutlich geworden, dass es aus naturschutzfachlicher Sicht große Probleme gebe. Die dortigen markanten Muschelkalkhänge seien als besonders schützenswertes FFH-Gebiet ausgewiesen. Schnabel riet den Bürgermeistern deshalb, das Gespräch mit den staatlichen Naturschutzbehörden zu suchen. Notwendig werden würde in jedem Fall ein Planfeststellungsverfahren und eine Umweltverträglichkeitsprüfung. An eine schnelle Realisierung des Radweges sei deshalb erst einmal nicht zu denken.
Deshalb soll es nun erst einmal einen Ortstermin mit den Verantwortlichen der Naturschutzbehörden geben.

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