"Mit den Neuregelungen im familiengerichtlichen Verfahren verankern wir erstmals verbindliche Mindestanforderungen an die Berufsqualifikation von Sachverständigen.

Jährlich werden in Deutschland ca. 270.000 familiengerichtliche Gutachten erstellt. Dabei geht es in der Regel darum, welche Maßnahmen wie z.B. Sorgerechtsentzug, Umgangsregelung für das Wohl des Kindes bzw. zur Abwehr einer Kindeswohlge-fährdung erforderlich sind. Als Richterin habe ich selbst erlebt, dass diese Gutachten äußerst sensible Fragestellungen berühren und oftmals entscheidenden Einfluss auf Verfahren haben, die zudem von den Parteien nicht selten hochemotional geführt werden.

Nach derzeitiger Rechtslage kann grundsätzlich jeder ein Gutachten in kindschafts-rechtlichen Verfahren erstellen, egal welche Ausbildung oder Fortbildung er hat. Künftig sollen nur noch Sachverständige mit einer psychologischen, psychothera-peutischen, psychiatrischen oder ärztlichen Berufsqualifikation berufen werden; Pädagogen oder Sozialpädagogen kommen in Betracht, wenn sie über eine diag-nostische oder analytische Zusatzqualifikation verfügen.

Darüber hinaus führen wir mit dem Gesetz einen neuen Rechtsbehelf ein, mit dem Beteiligte in kindschaftsrechtlichen Verfahren gegen unbegründete Verfahrensver-zögerungen vorgehen können.

Ich freue mich, dass wir dieses wichtige Vorhaben nun noch vor der Sommerpause abschließen können."

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