Die Branche benötige dringend Unterstützung, denn sie sei von der Corona-Krise besonders hart getroffen worden, so Dr. Silke Launert, die bei dem Aktionstag zwischen Reichstag und Brandenburger Tor ebenfalls vor Ort war und Gespräche mit Schaustellern aus ihrem Wahlkreis führen konnte.

In den letzten Wochen und Monaten wurden zahlreiche Märkte, Volksfeste und Veranstaltungen abgesagt. Für die Schausteller gilt seit März praktisch ein Berufsverbot, so dass viele seit Herbst vergangen Jahres keine Einnahmen mehr haben. Ein Ende der Einschränkungen ist wegen der Corona-Pandemie leider nicht in Sicht und wirkt sich existenzbedrohend für die ganze Branche aus. Mit der Großkundgebung, an der sich ca. 1.600 Teilnehmer mit 1.000 Fahrzeugen beteiligten, machte die Branche im Berliner Regierungsviertel daher auf ihre Lage aufmerksam.

Viele Betriebe haben eine staatliche Soforthilfe beantragt, die aber bei weitem nicht ausreicht. Denn die Soforthilfe orientiert sich an der Betriebsgröße. Als Stichtagsregelung wurde der 29. Februar 2020 festgelegt. Dieser Zeitpunkt ist aber nicht repräsentativ für den Bedarf über das ganze Jahr. Denn im Februar finden kaum Veranstaltungen statt und entsprechend niedrig war am Stichtag auch der Personalstand. Bei der kürzlich beschlossenen Überbrückungshilfe des Bundes wurde diesem Umstand Rechnung getragen. Die Bezugsgröße der Mitarbeiterzahl und des Umsatzes eines Betriebes ist daher der jeweilige Monat des Vorjahres. Damit sind die Überbrückungshilfen nun besser an die Bedürfnisse der Schaustellerbetriebe angepasst. Im Übrigen gelten die Förderbedin-gungen der Corona-Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen.

Launert regt zudem an, dass Hygienekonzepte entwickelt werden müssten, die Veranstaltungen mit dem nötigen Abstand möglich machen. Die Besucherzahlen müssten hierbei natürlich begrenzt und kontrollier-bar sein. „Viele Städte geben den Schaustellern ja auch jetzt schon die Möglichkeit mit einzelnen Ständen in der Innenstadt wenigstens kleinere Einnahmen zu generieren. Dies muss aber dringend weiter ausgebaut werden“ so Launert.

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