Bayreuth. Zu mehr Gelassenheit hat Schwester Teresa Zukic die Bayreuther Landfrauen aufgerufen. Bei ihrem Auftritt beim Bayreuther Landfrauentag in der Tierzuchtklause rief die TV-bekannte Ordensschwester von der Kleinen Kommunität der Geschwister Jesu aus Weisendorf bei Erlangen dazu auf, mehr zu lachen, jeden Tag bewusster zu genießen und vor allem sich selbst stets treu zu bleiben.
Wenn Schwester Teresa auftritt, ist der Saal voll. Gerade in der Region, denn vom Landkreis Bayreuth aus, genauer gesagt von Pegnitz aus, startete Schwester Teresa in den 1990er Jahren ihren Siegeszug. Hier gründete sie 1994 die Kleine Kommunität und wurde nach einem Fernsehauftritt bei Margarethe Schreinemakers als Skateboard fahrende Nonne bekannt. Egal ob Beckmann, Lanz oder Pilawa, mittlerweile ist sie in jeder TV-Sendung aufgetreten, sogar als Sängerin bei „Immer wieder sonntags“, sie hat Bücher geschrieben, neun Musicals komponiert, eine eigene Kochshow auf YouTube und hält unermüdlich Vorträge.
So auch am Samstagnachmittag beim Landfrauentag in Bayreuth. „Jeder ist normal, bis du ihn kennst“, lautete ihr Thema und nach einer guten Stunde kam sie zu dem Schluss: „Wir müssen gar nicht normal sein, denn wir sind alle Originale, Originale Gottes“. Und so tut Schwester Teresa das, was man von einer Ordensschwester kaum erwartet hätte: sie erzählt ihre Lieblingswitze. „Lachen stärkt das Immunsystem und hat keine negativen Nebenwirkungen“, sagt sie. Wer lacht, der könne auch nicht aggressiv sein.
Überhaupt seien negative Gedanken ziemlich überflüssig. „Negative Gedanken führen zu negativen Gefühlen“. Dabei sei es das meiste gar nicht wert, dass man sich darüber aufregt. Wozu Zeit verschwenden. Worauf sollen wir warten, wenn dieser Tag vorbei ist, kommt er nie wieder, gab Schwester Teresa zu bedenken. Und auch, dass jeder Mensch so seine Schönheitsfehler habe, äußerlich wie innerlich. „Jeder ist irgendwie seltsam, so will es auch die Bibel vermitteln.“
Zuvor hatte sich Kreisbäuerin Angelika Seyferth dagegen verwahrt, dass die Landwirtschaft für alles und jedes als Sündenbock herhalten muss. „Ob Feinstaub oder Insektensterben: die Landwirtschaft ist doch nicht Verursacher all dieser Probleme“, sagte sie. Ganz im Gegenteil: die Bauern wirkten mit ihrer Arbeit vielen Problemen massiv entgegen.
Jeder habe seinen Anteil am Insektensterben, so die Bundestagsabgeordnete Dr. Silke Launert. Sie ging auch auf das Jahresthema der Landfrauen „Im Dialog bleiben“ ein. Der Dialog sei gefragt: In der Partnerschaft, in der Familie, zwischen den Generationen, in der Nachbarschaft, vor Ort im Dorf genauso wie in der Gesellschaft insgesamt. „Im Dialog zu bleiben, ist keine Einbahnstraße, sondern bedeutet zuhören und aufeinander eingehen.
Gerade der Erzeuger-Verbraucher-Dialog zwischen bäuerlichen Familien und der nichtlandwirtschaftlichen Bevölkerung komme meist zu kurz, so die Landtagsabgeordnete Gudrun Brendel-Fischer. Ein echter Austausch finde viel zu wenig statt. Dabei sei es wichtiger als je zuvor, den Menschen aufzuzeigen, was durch die Pflege der Kulturlandschaft alles entstanden ist. „Wir brauchen eine Werbekampagne im positiven Sinn, und kein Volksbegehren“, so Brendel-Fischer.
Konventionelle und ökologisch wirtschaftende Betriebe sollten sich auf Augenhöhe begegnen, denn auch die konventionelle Landwirtschaft werde zunehmend ökologischer, sagte Christa Reinert-Heinz, Stellvertreterin des Landrats und Abteilungsleiterin beim Amt für Landwirtschaft in Bayreuth. Landfrauen zeigten Flagge und würden nicht müde, die vielfältigen Leistungen der Landwirtschaft immer wieder öffentlich darzustellen, so Bayreuths dritte Bürgermeisterin Dr. Beate Kuhn.
Zum Landfrauentag gehörten diesmal auch eine Präsentation der Stadt Pottenstein durch Bürgermeister Stefan Frühbeißer, eine Trachtenmodenschau und der Auftritt des Landfrauenchors unter der Leitung von Martina Schill.

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