Kirchenlaibach. Wie in jedem Jahr hat der Soldaten- und Kameradschaftsverein Kirchenlaibach auch diesmal am Vorabend des Volkstrauertages den Opfern von Krieg, Gewalt und Vertreibung sowie den gefallenen Soldaten der Bundeswehr gedacht. Die Abordnungen des Vereins und der Freiwilligen Feuerwehr Kirchenlaibach marschierten vom Feuerwehrgerätehaus zur katholischen Pfarrkirche, um an der dortigen Vorabendmesse teilzunehmen. Danach ging es zusammen mit dem 1. Bürgermeister Manfred Porsch und Pfarrer Sven Grillmeier zum Kriegerdenkmal, um dort, unterstützt von Chor und Speichersdorfer Musikanten, das Totengedenken zu halten.
Es sei die besondere Tragik der rund zehn Millionen Opfer des Ersten Weltkriegs, dass das Sterben und das Leid dieser Menschen letztlich nicht zum Frieden mahnte, sagte Dr. Silke Launert in ihrer Ansprache bei der Kranzniederlegung. Nach diesem tödlichen Ringen in Europa hat sich damals leider noch nicht der Gedanke der Versöhnung und Verständigung in Europa durchgesetzt. Ein zweiter Weltkrieg, noch weit furchtbarer und verbrecherischer, sei notwendig gewesen, um Europa zur Einsicht zu bringen: „Nicht im Gegeneinander um Vorherrschaft liegt die Zukunft, sondern im Miteinander und in der Zusammenarbeit.“
Deutschland habe in der Mitte Europas eine Friedensepoche erlebt, wie es sie von dieser Dauer noch nie in der Geschichte gab. Werte wie Freiheit und Demokratie bezeichnete Launert als Garanten des Friedens, der Verständigung und der Zusammenarbeit und genau das sei auch die Mahnung, die von den Gräbern der Soldaten ausgeht.
Nach den Worten der Abgeordneten sei dies umso wichtiger, als dass auch heute wieder Parolen der Fremdenfeindlichkeit, des Rassismus und Antisemitismus Anhänger finden. Auch heute würden wieder Feindbilder aufgebaut, werde Hass geschürt, Gewalt gerechtfertigt und die mörderische Ideologie des Nationalsozialismus verharmlost. Deshalb gelte es wachsam sein und alle Gefahren für den Frieden rechtzeitig zu erkennen, egal, ob sie von rechts oder links kommen.
„Erinnern heißt nicht vergessen“, sagte Launert. Nicht vergessen, was zwischen 1914 und 1918 sowie zwischen 1939 und 1945 in Europa und in der Welt Furchtbares geschehen ist. Wir vergessen die Opfer der Kriege nicht und auch nicht diejenigen, die durch Zwangsarbeit, durch Flucht und durch Vertreibung ums Leben kamen.
Bürgermeister Manfred Porsch dankte allen Vereinen für die Teilnahme und erinnerte an die große Bedeutung des Volkstrauertages, an dem man allen Soldaten weltweit gedenken sollte, die in einem Krieg ihr Leben verloren haben. Porsch wies ebenfalls auf das Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren hin und gab zu bedenken, dass dies der erste Krieg mit modernen Massenvernichtungswaffen war.

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