Heinersreuth. Mit der bayerischen Sozialministerin Kerstin Schreyer hatte sich die CSU Rotmaintal auch diesmal wieder eine prominente Rednerin zu ihrem Neujahrsempfang in den Heinersreuther Kastaniengarten eingeladen. Bayern sei wirtschaftlich stark, Bayern sei das Familienland Nummer 1, doch wo geht die Reise hin, sagte Schreyer. Die prominente Politikerin zählte einen ganzen Strauß an Maßnahmen auf, die sie bereits erfolgreich umsetzen konnte oder für die sich derzeit stark macht. Passgenaue Maßnahmen müssten es sein, so wie die Investitionen in den Bereich Frauenhäuser und Frauennotruf. Dafür sei bereits im zurückliegenden Jahr Geld in die Hand genommen worden, um zusammen mit den Kommunen unter anderem den Anteil von Frauenhausplätzen zu erhöhen.
Unterstützt werden sollen aber auch die Väter, die heute wesentlich mutiger seien, wenn es um ihre Kinder geht. „Sie wollen füttern, sie können wickeln, deshalb müssen sie auch unterstützt werden“, sagte die Ministerin, besonders in Ein-Eltern-Familien, also dann, wenn sie alleinerziehend sind. Bei allen Diskussionen um Betreuungseinrichtungen sollten Kinder immer auch das Recht auf Zuhause und auf ihre Eltern haben. Flexibilisierung der Kinderbetreuung dürfe nicht bedeuten, die Kinder früher zu bringen und später zu holen. Bei aller Vereinbarkeit von Familie und Beruf müssten Kinder auch kreative Freiräume haben und bräuchten nicht ständig gefördert werden.
Geld soll nach den Worten der Ministerin auch in die Bildung und Weiterbildung der Pädagogen fließen. Zum einen müsse es darum gehen, überhaupt den entsprechenden Bedarf zu decken, zum anderen hätten Pädagogen heute ganz andere Herausforderungen als noch vor einigen Jahren. „Ich möchte, dass Kinder nicht nur wischen, sondern auch blättern können“, sagte sie mit Blick auf die Dominanz des Smartphones und damit auf die Digitalisierung. Schreyer: „Wenn uns die Arbeit am Menschen etwas wert ist, müssen wir auch bereit sein, dafür mehr Geld zu bezahlen.“
Zuvor hatte die Landtagsabgeordnete und Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung Gudrun Brendel-Fischer von einer guten Zusammenarbeit mit der Ministerin gesprochen. Schreyer stehe für die sozialpädagogische Sicht, sie, Brendel-Fischer, für die schulische Sicht, somit würden wichtige unterschiedliche Blickwinkel zum Wohl der Menschen zusammengeführt. Brendel-Fischer betonte auch, dass der frühere Gegensatz Nordbayern und Südbayern längst nicht mehr zu derartigen Spannungen führe, wie noch vor Jahren. „Die Lamentiererei ist gottseidank weniger geworden“, so die Abgeordnete. Heute lamentierten höchsten die Münchner wegen der hohen Verkehrsbelastung oder des unbezahlbaren Wohnraums in der Landeshauptstadt.
Die Vorsitzende der CSU Rotmaintal Karin Vogel-Knopf stellte in ihrer Begrüßung die Heinersreuther CSU als sehr aktiven Ortsverband vor, der alle Generationen im Blick habe und mit einer Vielzahl von Veranstaltungen von der Betriebsbesichtigung über den Kinderfasching bis zur Winterwanderung stets am Puls der Zeit sei. Werner Kauper, Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat sprach von einem Einwohnerzuwachs von 1,5 Prozent im zurückliegenden Jahr. Mit Blick auf die Neubaugebiete in Heinersreuth ging er davon aus, dass die Gemeinde heuer die 3800er Einwohner-Marke überschreiten werde. Bürgermeisterin Simone Kirschner sprach von einem unkomplizierten Miteinander und von der ständigen Suche nach praxistauglichen Lösungen. Gerade in der digitalen Welt sei es wichtiger denn je, an Traditionen festzuhalten und Werte zu pflegen. „Wir wollen feinfühlig bleiben für die Sorgen und Probleme der Menschen vor Ort und wir wollen für ein glückliches und zufriedenes Lebensumfeld sorgen.“

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