Berlin. Bei einer Veranstaltung der Hans-Seidel-Stiftung hat sich Dr. Silke Launert in Berlin mit einer Gruppe von Frauen aus Marokko getroffen, die sich alle im Bereich der Frauenrechte, etwa als Leiterinnen von Frauenhäusern, engagieren. Die Gruppe berichtete insbesondere von den großen Herausforderungen in Sachen Rechte für Frauen im ländlichen Raum Marokkos. In dem afrikanischen Staat sei der Ehevertrag früher als „Ehevollzugsvertrag“ bezeichnet worden. Damit verbunden gewesen sei etwa die Ablehnung der sexuellen Selbstbestimmung. Auch die Einführung des Verbotes der Vergewaltigung in der Ehe werde heute noch abgelehnt.
Besonders schwer, so berichtete die Gruppe, hätten es in Marokko alleinstehende und nicht verheiratete Mütter, die Kinder aus einer vorehelichen Beziehung oder aus einer Vergewaltigung haben. Für sie sei es besonders problematisch, sich mit der Bitte um Hilfe an staatliche Stellen zu wenden.
„Gerade wir deutschen Frauen wissen oft gar nicht, wie gut wir es haben, hier gleichberechtigt leben zu können“, sagte Dr. Silke Launert im Anschluss an den Erfahrungsaustausch. Sie erinnerte daran, dass auch hierzulande die Gleichberechtigung von Mann und Frau während der zurückliegenden 100 Jahre ein schwieriger Prozess gewesen sei. Launert: „Wir können wirklich froh sein, in Europa zu leben, wo so vieles erreicht wurde“.

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