Lankendorf. Seinen ersten öffentlichen Auftritt als Landratskandidat hatte Klaus Bauer beim Politischen Frühschoppen anlässlich der Berg-Kerwa in Lankendorf. Der Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft Weidenberg soll bei den Kommunalwahlen 2020 die Nachfolge von Landrat Hermann Hübner antreten.
Der 48-jährige Goldkronacher stehe für einen Neustart der Christsozialen, hatte die Landtagsabgeordnete Gudrun Brendel-Fischer angekündigt. Das gelte nicht nur für das Erbe des scheidenden Hermann Hübner, das gelte auch für die Kreistagsfraktion.
Hauptredner des Frühschoppens war der Landtagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende des Agrarausschusses im Bayerischen Landtag, Martin Schöffel. Vor dem Hintergrund des umstrittenen Volksbegehrens zum Artenschutz bezeichnete er es als zentrale Frage für die Zukunft der Landwirtschaft, wieder Wissen über landwirtschaftliche Zusammenhänge in die Gesellschaft zu bringen. „Wie können wir den Menschen vermitteln, dass Landwirtschaft essentiell ist?“, fragte Schöffel, um gleich selbst die Antwort zu geben: „Wir müssen den Menschen unser Wissen vermitteln und unsere Themen stärker unter die Leute bringen.“ Der Abgeordnete sprach von „riesiger Unkenntnis“ über viele Fragen der Land- und Forstwirtschaft, von widersprüchlichen Forderungen aus Teilen der Gesellschaft und von vielen Lügen, die über die Bauern verbreitet worden seien.
Für Schöffel war es alternativlos, das Volksbegehren anzunehmen. Ein Gegenentwurf hätte seiner Meinung nach lediglich dazu geführt, „dass die Landwirtschaft weiter in den Dreck gezogen wird“. Ein Volksentscheid wäre zu Lasten der Landwirte gegangen, sagte der Parlamentarier. Laut Martin Schöffel geht es den Landwirten auch um ihre bäuerliche Ehre und um den Wert ihrer Ausbildung. Walzen und Mähen müsse man beispielsweise nicht gesetzlich regeln, denn jeder Landwirt wisse genau, dass er Kleienlebewesen und Rehkitze schützen muss.

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