Bayreuth. Die Sanierung des Richard-Wagner-Festspielhauses in Bayreuth darf nicht ins Stocken geraten. Nicht nur in diesem Punkt waren sich alle Beteiligten einer Gesprächsrunde zur weiteren Finanzierung einig. Mit dem Straubinger Bundestagsabgeordneten Alois Rainer hatte die Bayreuther Abgeordnete Dr. Silke Launert den maßgeblichen CSU-Haushaltspolitiker des Bundes eingeladen, damit der sich ein Bild vor Ort über den Stand der Renovierungsarbeiten machen kann. Der Bund werde seiner Verantwortung gerecht, sagte Rainer. Er werde sich dafür einsetzen, die Finanzierung in trockene Tücher zu bringen.
Fest steht: die Sanierung des Hauses muss weitergehen. Fest steht auch, dass die bisherige Finanzierungsvereinbarung über 30 Millionen Euro aus dem Jahr 2013 wohl bei weitem nicht ausreichen wird. „Deshalb müssen wir bei der Finanzierung der Sanierung weiterkommen“, sagte Launert. Ihr sei es ein wichtiges Anliegen, die Beteiligten an einen Tisch zu bringen und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.
Eine genaue Zahl über den tatsächlichen Finanzbedarf konnten die Beteiligten derzeit noch nicht nennen. Nach einer umfassenden Bestandsaufnahme war jedoch klar, dass in einem weiteren Bauabschnitt vor allem sicherheitsrechtlichen Anforderungen wie Brandschutz oder Fluchtwege Rechnung getragen werden.
Launert ging davon aus, dass die Sanierungsarbeiten wohl noch rund sieben Jahre in Anspruch nehmen werden. Das ist auch das Ziel von Festspielleiterin Katharina Wagner. „Ich werde mir wünschen, bis 2026 fertig zu sein“, sagte sie. Hinte4rgrund ist, dass die Bayreuther Festspiele 2026 ihr 150-jährges Bestehen feiern können.
Dabei gehe es bei weitem nicht um irgendwelche Luxusmaßnahmen, sondern nur um Projekte, die für einen geordneten Ablauf der Festspiele dringend notwendig seien. Als Beispiel nannte sei einen eigenen Proberaum für das Orchester, das seit Jahrzehnten unter schwierigen Bedingungen im Festspielrestaurant Proben muss.
Neben dem Bund ist unter anderem auch der Freistaat Bayern an der bisherigen Finanzierung beteiligt. Wenn die Sanierung auch im aktuellen Doppelhaushalt noch nicht enthalten sei, müsse es dem Freistaat wert sein, die Festspielhaussanierung in den kommenden Nachtragshaushalt oder in den nächsten Doppelhaushalt aufzunehmen, so die Landtagsabgeordnete Gudrun Brendel-Fischer. Sie kündigte einen weiteren Ortstermin mit dem bayerischen Wissenschafts- und Kunstminister Bernd Sibler an, um die Finanzierung sicherzustellen.
Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz bezeichnete das Bayreuther Festspielhaus als Kulturstätte von internationalem Rang. Deshalb wünsche sie sich, dass die Finanzierung weiter vorankommt. Die Regierung von Oberfranken ist die koordinierende Stelle zwischen der Bayreuther Festspiel GmbH und den Zuschussgebern.

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag