Obertrubach. In der Gemeinde Obertrubach bewerben sich bei weniger als 1800 Wahlberechtigten 219 Kandidaten auf acht verschiedenen Listen um die 14 Sitze im Gemeinderat. Das dürfte bayernweit wieder ein Spitzenplatz bei der Anzahl der Kandidaten pro Wähler sein. Politikverdrossenheit kann man der Gemeindebevölkerung also beileibe nicht vorwerfen.
Traditionell versucht dabei die CSU, alle Ortsteile der ehemals selbstständigen Gemeindeteile Bärnfels, Geschwand, Obertrubach und Wolfsberg sowohl bei der Auswahl der Kandidaten als auch bei den Wahlveranstaltungen möglichst gleichmäßig zu berücksichtigen. So hatte man die Wolfsberger zum Frühschoppen ins Sportheim und die Obertrubacher ins Café Leistner zum Gespräch eingeladen.
Bürgermeister Markus Grüner, der für eine weitere Amtszeit kandidiert, zeigte den zahlreich erschienenen Gästen anhand der wichtigsten Projekte, dass die Gemeinde in der vergangenen Legislaturperiode mit insgesamt 7,5 Millionen Euro mehr Geld als jemals zuvor investiert hat. Zu den wichtigsten Projekten gehöre unter anderem der Breitbandausbau, die Kindergartenerweiterung, die Sanierung der Grundschule, die Schaffung des Dorfladens, umfangreiche Baumaßnahmen im Rahmen der Städtebauförderung in Obertrubach sowie die Dorferneuerung in Wolfsberg.
Die 28 Kandidaten aus der ganzen Gemeinde, die alle einzeln vorgestellt wurden, sind laut Grüner ein hervorragendes Angebot an die Wähler, um die erfolgreiche Arbeit der letzten sechs Jahre auch fortsetzen zu können.
In Obertrubach freute man sich über den Besuch von Landrat Hermann Ulm, der ebenfalls für weitere sechs Jahre antritt, und die Gelegenheit nutzte, um sich selbst und die Arbeit auf Kreisebene vorzustellen. Die wichtigsten Themen aus seiner Sicht waren dabei das umfangreiche Schulsanierungspaket für die kreiseigenen Realschulen und Gymnasien sowie die Fusion der beiden Kliniken in Ebermannstadt und Forchheim. Natürlich streifte er in seinem Vortrag auch die vielen anderen Aufgaben und Projekte auf Kreisebene, etwa den ÖPNV, die Bildung, den Tourismus, den Umwelt- und Klimaschutz. Obwohl Obertrubach am Ostende seines Landkreises liege, komme er immer gerne hierher, denn "bei euch ist die Welt noch in Ordnung und ihr habt in den letzten sechs Jahren enorm viel bewegt", so sein Lob an die Gemeinde.
Dr. Silke Launert hielt in Wolfsberg ein flammendes Plädoyer für die Notwendigkeit der CSU in der Kommunalpolitik. Im Gegensatz zu allen anderen etablierten Parteien sei bei der CSU der Faden zwischen der Basis in den Ortsverbänden und „denen da oben“ in Berlin noch nicht gerissen. „Wir nehmen in Berlin noch wahr, wenn’s bei euch rumort und versuchen dies in unsere Politik einfließen zu lassen, auch wenn’s manchmal schwierig ist.“, so Launert. Sie dankte deshalb allen Kandidatinnen und Kandidaten für ihre Bereitschaft, auf kommunaler Ebene Verantwortung zu übernehmen und wünschte dem Bürgermeister und seinem Team viel Erfolg bei der Wahl. Auch Launert war voll des Lobes darüber, was man in der vergleichsweise kleinen Gemeinde Obertrubach in den letzten sechs Jahren alles erreicht hat. „Darauf könnt ihr mit Recht stolz sein“.

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