Pegnitz. Beim „Tag der Landwirtschaft“ in Pegnitz hat ncht nur der Bauernverband sein traditionelles Kreiserntedankfest gefeiert, auch die Forstbetriebsgemeinschaft Pegnitz beging in festlichem Rahmen ihren 50. Geburtstag. Die Großveranstaltung in der Christian-Sammet-Halle war einmal mehr als gut besucht.
„Landwirtschaftliche Familien wissen, was es heißt, Tag für Tag mit der Schöpfung zu leben und zu arbeiten“, sagte Kreisbäuerin Angelika Seyferth. Die diesjährige Ernte habe Bauern wie Verbrauchern nach zwei Jahren extremer Trockenheit deutlich vor Augen geführt, dass es keineswegs selbstverständlich ist, eine qualitativ gute und ertragreiche Ernte einzufahren.
Erntedank sei der Termin für das Erntejahr, um Bilanz zu ziehen, sagte Dr. Silke Launert. Nach einem von extremer Trockenheit geprägten Vorjahr, seien die Erträge in der diesjährigen Ernte erneut schlecht ausgefallen. Zwar gebe es starke regionale Unterschiede, doch insgesamt müsse wohl von einer unterdurchschnittlichen Getreideernte in Bayern ausgegangen werden. Launert: „Haben wir also trotzdem einen Grund, zu danken, in Zeiten leerer Scheunen, staubtrockener Felder und Verlusten im Landkreis? Ich denke ja, wir sollten das Danken nicht vergessen, denn uns geht es gut in diesem Land.“
Ihre herzlichen Glückwünsche sprach Dr. Silke Launert auch der Forstbetriebsgemeinschaft Pegnitz aus. Im Oktober1969 fand die Gründungsversammlung der FBG, damals noch als Waldbauernvereinigung mit 47 Gründungsmitgliedern statt. Heute hat ihr Zusammenschluss fast 1.700 Mitglieder mit einer Waldfläche von knapp 11.000 Hektar. „Schon diese Zahlen zeigen, dass der Zusammenschluss privater und kommunaler Waldbesitzer als eingetragener Verein mit ehrenamtlicher Vorstandschaft eine einzige Erfolgsgeschichte ist“, so Launert.
Besonders dankte sie dem Ehrenvorsitzenden Hans Escherich. Von den 50 Jahren stand er allein 48 Jahre als Vorsitzender an der Spitze, ehe Werner Lautner vor zwei Jahren den Vorsitz übernahm. „Damit haben Sie, Herr Escherich, die FBG wie kein zweiter geprägt und dafür danke ich Ihnen von ganzem Herzen“, sagte Launert.
Hauptredner Martin Schöffel, stellvertretender Vorsitzender des Landwirtschaftsausschusses im Landtag, kritisierte, dass viele Verbraucher „Höchstleistung zu Tiefstpreisen“ verlangen. Bei jedem Latte Macchiato sollte man daran denken, dass vorher eine Kuh und eine Bauersfamilie ihre Arbeit machen muss.
FBG-Vorsitzender Werner Lautner hatte zum 50-jährigen Jubiläum bewusst die Tandemveranstaltung zu Erntedank gewählt. „Land- und Forstwirtschaft gehören zusammen“, sagte er. Er wies auf das Bestreben der Forstleute hin, vitale Wälder zu schaffen und zu erhalten. Man müsse sich mit den Klimagegebenheiten immer wieder auseinanderzusetzen.
Jörg Ermert, Geschäftsführer der forstlichen Vereinigung Oberfranken, fordert mehr Öffentlichkeitsarbeit für den Wald. Seinen Worten zufolge befinde sich die Forstwirtschaft in einer ihrer größten Krisen. Durch den Klimawandel kämen ein Zuwachsverlust und Schwierigkeiten bei der Wiederanpflanzung hinzu. Der hohe Holzanfall führte zum Preisverfall. Weitere Redner waren der BBV-Kreisobmann Karl Lappe, Bürgermeister Uwe Raab und die neue bayerische Waldkönigin Kerstin Seitz.
An den zahlreichen Marktständen in der Halle wurden die unterschiedlichsten Produkte aus heimischer Erzeugung angeboten. Das Angebot reichte von Honig, Kräutern, Blumen, Räucherfisch bis hin zu Brot. Im Außenbereich gab es eine große Landmaschinenausstellung. Für Kinder war außerdem ein Schminktisch aufgebaut, unter professioneller Anleitung konnten sie außerdem Nistkästen bauen.

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