Bayreuth. Bei der gemeinsamen Diskussionsveranstaltung „Ernährung und Nachhaltigkeit – Was kann der Städter dafür tun“ des CSU-Kreisverbandes Bayreuth-Stadt im Glenk-Saal stellte unter der Moderation von Bettina Angerer die stellvertretende Landrätin Christa Reiner-Heinz die neue Dachmarke „Bayreuther Land“ vor, Geschäftsführer Norbert Heimbeck präsentierte die Genussregion.
„Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, heimische Erzeugnisse und ihre Hersteller erkennbar zu machen, um Produzenten und Verarbeiter aus der Region zu stärken“, so Reinert-Heinz. Als Ziel bezeichnete sie es, die Vielfalt an regionalen Spezialitäten und Produkten zu erhalten und die Wertschöpfung in der Region zu lassen. Verbraucher sollten auf den ersten Blick erkennen können, dass ein Produkt wirklich aus der Region kommt – und wer an der Herstellung beteiligt war. Als wichtige Kriterien für die Dachmarke nannte sie unter anderem, dass der jeweilige Betrieb inhaber- beziehungsweise familiengeführt ist und die Herstellung der Produkte in handwerklicher Qualität erfolgt. Wichtig sei es außerdem, dass 100 Prozent der Grund- und Rohstoffe des Produktes – soweit verfügbar – aus dem „Bayreuther Land“ stammen. Auch die Verarbeitung und Herstellung der Produkte müsse zu 100 Prozent im „Bayreuther Land“ stattfinden.
Neben Christa Reinert-Heinz stellte Geschäftsführer Norbert Heimbeck die Genussregion Oberfranken vor. Dieser 2007 auf Initiative der Handwerkskammer gegründete Zusammenschluss könne in Sachen Genuss gleich auf drei Weltrekorde verweisen, so Heimbeck. Gemessen an der Einwohnerzahl – denn nur so könne man unterschiedlich große Regionen vergleichen – gibt es in Oberfranken die meisten Bäckereien und Konditoreien, die meisten Metzgereien und die meisten Brauereien der Welt. Aufbauend auf einer bodenständigen Landwirtschaft als Rohstofflieferant beschere das oberfränkische Handwerk dem Regierungsbezirk gleich drei Spitzenplätze weltweit: „Mit fast 530 Bäckereien und Konditoreien, über 700 Metzgereien und rund 200 Brauereien ist Oberfranken einfach einmalig.“
Weitere Mitstreiter der Veranstaltung waren Prof. Dr. Ulrike Machold von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Ingrid Heinritzi-Martin von der Bayreuther Tafel sowie Metzgermeister und Stadtratskandidat Helmut Parzen, der sich die Verarbeitung von regionalem Fleisch zur Aufgabe gemacht hat. Es schloss sich eine umfangreiche Diskussion mit den Fachleuten und Ernährungsspezialisten an.
Dr. Silke Launert zeigte sich beeindruckt davon, wie viel in den zurückliegenden Jahren im Raum Bayreuth bezüglich Ernährung und Nachhaltigkeit geschaffen wurde. Um das Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln zu stärken, sollte man schon bei den Jüngsten anfangen. Launert sprach sich deshalb dafür aus, bereits in Kindergärten und Schulen regionale Mahlzeiten anzubieten und die Kinder und Jugendlichen beispielsweise durch Kochkurse entsprechend für das Thema zu sensibilisieren. Erfreut zeigte sie sich, dass immer mehr Menschen Spaß am Urban Farming, also an landwirtschaftlichen und vor allem gärtnerischen Aktivitäten im städtischen Umfeld finden und sie mit Hilfe der eigenen Erzeugung einen ganz neuen Bezug zu Obst und Gemüse finden. Speziell für Bayreuth brachte die Abgeordnete eine Aufwertung der Rotmainhalle als Markthalle ins Spiel und verwies auf andere erfolgreiche Hallen in Bayern und auch im Ausland, etwa in Barcelona. Künftig sollten dort nicht nur besondere Stände, sondern auch Events und Aktionen für regionale Lebensmittel werben.
Neben den vielen Informationen gab es für jeden Anwesenden einen Sack Kartoffeln für zu Hause von einem lokalen Bauern.

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