Ebermannstadt. Mit Thomas Goppel war zum Auftakt des Altstadtfestes diesmal ein prominenter Ex-Staatsminister nach Ebermannstadt gekommen. Goppel trug sich dabei nicht nur in das Goldene Buch der Stadt ein, sondern sprach im Anschluss fast eine Stunde lang darüber, was in unserer Gesellschaft schief läuft. Der Politiker rief außerdem zu mehr Eigenverantwortung auf.
Mit einem Stimmungsbild von Europa verdeutlichte Goppel, dass Probleme nur gemeinsam gelöst werden können. Deshalb gelte es, die Einmaligkeit und Einzigartigkeit zu erkennen und zu fördern, Die Politik müsse dafür sorgen, dass jeder seinen Platz in der Gesellschaft findet. Sonst fühlten sich Menschen abgehängt, im Stich gelassen.
Der Staat könne nicht alle Probleme lösen, sagte Goppel. Er forderte eine andere Diskussionskultur, bei der die Suche nach sinnvollen Lösungen im Vordergrund stehen sollte. Diesem Appell konnte der CSU- Fraktionschef im Stadtrat Rainer Schmeußer nur zustimmen: „Jeder ist Teil des Problemes. Wir alle müssen uns mehr hinterfragen", so Schmeußer. Auch Landtagsabgeordneter Michael Hofmann bedauerte den Verlust einer tiefgründigen Diskussionskultur. In einer schnelllebigen Zeit erwarteten die Bürger schnelle Lösungen. Sinnvoller sei es aber meistens, sich mehr Zeit zu lassen.
Das findet auch Dr. Silke Launert. Sie zitiert John F. Kennedy, der gesagt hat: "Fragt nicht, was euer Land tun kann, fragt was ihr für euer Land tun könnt". Würde der Staat alle Probleme der Bürger lösen, würde das sogar zu einer Abhängigkeit führen. Zum gestoppten Bürgerbegehren, das den jährlichen Flächenverbrauch der Kommunen für Betriebsansiedlungen auf 2400 Quadratmeter begrenzt hätte, merkte Launert an: „Das wäre auch deshalb kein tragfähiges Konzept gewesen, weil dadurch jegliche Entwicklung verhindert worden wäre.“ Die Ansiedlung eines größeren Betriebes wäre damit unmöglich geworden, verdeutlicht Launert und sprach sich stattdessen für kreative Lösungen aus.

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag