Mehlmeisel. Nach alter Tradition wird im Mehlmeisler Ortsteil Unterlind an Mariä Himmelfahrt der „Hammricher Frauentag“ gefeiert. Mittelpunkt ist alljährlich der Feldgottesdienst mit Kräuterweihe an der kleinen Kirche, die Freiherr von Altmannshausen 1686 errichten ließ.
Über 1000 Jahre alt ist der Brauch, für die Weihe einen Strauß aus Kräutern und Blüten zu binden, die um den Frauentag herum den intensivsten Duft und die stärkste Heilkraft haben. Auf langen Tischen und in großen Körben stapeln sich Kräuter, Lavendel, Schafgarbe, Rainfarn, Minze, Johanneskraut, Frauenmantel und vieles mehr – die, ergänzt mit bunten Blumen, als Huldigung an die Mutter Gottes zu duftenden Sträußen gebunden werden. Das ist gelebte Volksfrömmigkeit waren sich sämtliche Teilnehmer einig.
Die Büschel, die der örtliche Fichtelgebirgsverein vor dem Gottesdienst zugunsten des Hammerkirchls anbot, werden nach der Segnung zum Schutz vor negativen Einflüssen für Haus und Hof zuhause aufgehängt. Das Fest wird alljährlich im Wechsel von den drei „Hammricher“ Vereinen ausgerichtet – diesmal von der Freiwilligen Feuerwehr Unterlind, die ein attraktives Rahmenprogramm vorbereitet hatte.
Die Feierlichkeiten begannen an Maria Himmelfahrt traditionell bereits um 6 Uhr in der Früh mit dem Weckruf. Später ziehen die Gläubigen von der Festhalle zur Pfarrkirche zur Abholung der Vereine. Von dort aus ging es dann zum Hammerkirchl, wo der Gottesdienst mit Kräuterweihe gefeiert wurde. Zahlreiche Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine sorgten beim Open-Air-Gottesdienst für einen würdigen Rahmen. Monsignore Harald Scharf kritisierte dabei, dass viele Menschen in der heutigen Zeit auf höchstem Niveau jammern. Er plädierte auch dafür, den Namen Gottes in die europäische Verfassung aufzunehmen.
Danach folgte ein Frühschoppen mit den Original Fichtelgebirgsmusikanten und den vielen Ehrengästen mit Bürgermeister Franz Tauber, Altbürgermeister Günther Pöllmann, der Bundestagsabgeordneten Dr. Silke Launert, den Landtagsabgeordneten Gudrun Brendel-Fischer und Martin Schöffel und vielen anderen. Den ganzen Tag über war um die Festhalle herum großer Marktbetrieb mit einem vielseitigen Angebot.

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