Lehen. Gedanken zum Thema Heimat und wahre Lobeshymnen auf die Landjugend standen diesmal im Mittelpunkt des traditionellen Maibaumfestes der Landjugend Stockau-Lehen. Auch wenn der Heimatbegriff jahrzehntelang als rückständig und überholt galt: „Jeder Mensch braucht Heimat“, sagte der Bayreuther Dekan Jürgen Hacker, der diesmal die Festrede übernommen hatte.
„Wer Menschen die Heimat nimmt, der entwurzelt sie“, so Hacker. Mit Blick auf die vielen Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg und auch die Millionen Menschen, die heute auf der Flucht vor Hunger, Krieg, Krankheiten und Seuchen sind, erinnerte er daran, dass Heimat auch vergänglich sein kann. Mit ihrem Maibaumfest setze die Landjugend Stockau-Lehen ein starkes Zeichen für Miteinander und gegen Individualismus. „So eine Gemeinschaft ist zugleich die beste Demokratieschule, die man sich denken kann“, sagte Hacker.
Lobende Worte für die Landjugend fanden auch die Bundestagsabgeordnete Dr. Silke Launert, die stellvertretende Landrätin Christa Reinert-Heinz und der Weidenberger Bürgermeister Hans Wittauer. Die Landjugend Stockau-Lehen pflege ein Brauchtum, „das Teil unserer Heimat und unserer kulturellen Identität ist“, sagte die Bundestagsabgeordnete Dr. Silke Launert. „Danke, Danke! Danke!“
Den großen Einsatz der Landjugend für den ländlichen Raum stellte Christa Reinert-Heinz ganz besonders heraus und Bürgermeister Wittauer würdigte den Gemeinschaftssinn, der bei der Landjugend groß geschrieben werde. Das vorbildliche Miteinander zu verschiedenen Anlässen sei ein wichtiger Bestandteil der Jugendarbeit in einer Gemeinde.
Tatsächlich wäre das Aufstellen des geschmückten Maibaumes ohne gelebtes Miteinander nicht möglich gewesen. Zum 64. Mal in ununterbrochener Reihenfolge hatte die Landjugendgruppe ihre Maifeier rund um die Großraumhalle der Obstkelterei Rauh unmittelbar an der Bundesstraße 22 Weiden-Bayreuth im Ortsteil Lehen ausgerichtet. Rund 30 starke Helfer waren notwendig, um den fast 25 Meter hohen Fichtenstamm fachmännisch aufzurichten, ohne Hilfsmittel wie etwa einem Kran, sondern ausschließlich mit Holzstangen und viel Muskelkraft.
Besinnliche Gedanken trug Maikönigin Annika Keil vor, die traditionell aus der Feder des Altmitgliedes und EKD-Synodalen Günter Meyer aus Stockau stammen. Die Maikönigin wird von der Landjugendgruppe immer schon vor Ostern in geheimer Wahl gewählt.

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