Flüchtlinge und Fridays for Future

· Im Wahlkreis · ·

Dr. Silke Launert diskutierte mit Schülern der Jakob-Ellrod-Realschule

Gefrees. Mit einer breiten Themenpalette haben Schülerinnen und Schüler der Jacob-Ellrod-Schule Gefrees die Bundestagsabgeordnete Dr. Silke Launert konfrontiert. Die Parlamentarierin war auf Einladung von Schulleiterin Petra Anstötz-Eller zu einer etwas anderen Sozialkundestunde an die evangelische Ganztagsrealschule gekommen. Etwa 30 Zehntklässler nutzten die Gelegenheit, die Parlamentarierin zwei Schulstunden lang zu befragen. Da ging es um den Brexit genauso wie um eine mögliche Herabsetzung des Wahlalters, um Organspenden, Monstertrassen, Flüchtlinge und die Fridays-for-Future-Bewegung.
Sie finde es gut, wenn sich junge Leute engagieren, denn Politik lebe von Engagement, sagte Launert. Lieber wäre es ihr allerdings, wenn die Demonstrationen außerhalb der Schulzeit stattfinden würden. „Die Bewegung hätte auch dann ihre Kraft entfaltet und wäre Politikern nicht egal“, sagte sie. Was den Klimaschutz angeht, sprach sie sich dafür aus, nicht alleine in Deutschland alles zu verbieten, sondern stattdessen die gesamte Erde im Blick zu haben. Man sollte weltweit agieren, so Launert. Beispielsweise durch die Entwicklung und die Verbreitung emissionsarmer Technologien.
Als eine der größten Herausforderungen gerade für junge Leute nannte Launert den Umgang mit Populismus. Viele glaubten nur noch Überschriften und seien überfordert mit der Informationsflut und dem Einordnen von Fakten.
So habe sie auch kein Problem mit der von vielen Schülern geforderten Herabsetzung des Wahlalters von 18 auf 16 Jahren. Wenn, dann müsse das festgelegte Alter aber auf allen Ebenen, für sämtliche Rechten und Pflichten gelten. So könne es nicht sein, dass Jugendliche mit 16 wählen, aber erst mit 18 ein Mofa kaufen können. Auch das volle Strafrecht, für das jetzt in manchen Fällen noch die Grenze von 21 Jahren liegt, sollte dann auf 16 Jahre herabgesetzt werden. „Schließlich weiß auch ein 16-Jähriger, dass Diebstahl verboten ist“, so Launert.
Mitwirkungsmöglichkeiten hätten Jugendliche aber schon heute, beispielsweise in den Jugendorganisationen der Parteien. So gelte die Junge Union als wesentliche Stütze der CSU. „Was immer man auch macht, man sollte es mit Leidenschaft tun, denn dann macht man es gut“, gab die Abgeordnete den jungen Leuten mit auf den Weg. Wenn man bereit sei, sich einzubringen, dann habe man alle Chancen.
Auf die Frage, warum sie der CSU beigetreten sei, antwortete sie, dass die CSU eine absolut pragmatische und keine ideologische Partei sei. Ziel christlich sozialer Politik sei es, den größtmöglichen Nutzen für alle Menschen zu erreichen. Für Launert – damals noch als Staatsanwältin- sei auch die Haltung in Sachen innerer Sicherheit entscheidend gewesen. Auch hier sei die CSU eine Partei mit gesundem Menschenverstand.
In weiteren Diskussionspunkten sprach sich Launert für eine klare Unterscheidung zwischen Flüchtlingen aus humanitären Gründen und dem Anwerben von Fachkräften aus, betonte die Notwendigkeit einer funktionierenden Stromversorgung, warb für mehr Organspenden durch Abfragen bei der Passerteilung und sah dem Brexit, trotz der damit verbundenen Schwierigkeiten, relativ gelassen entgegen.

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