Berlin. Rund 35 Prozent aller Frauen in Deutschland sind mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexueller Gewalt betroffen – so das Ergebnis einer Untersuchung der Europäischen Grundrechteagentur aus dem Jahr 2014. Doch nur circa 20 Prozent der Frauen, die Gewalt erfahren, wenden sich tatsächlich an eine Beratungsstelle. Hier setzt das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ an: Unter 08000 116 016 und über hilfetelefon.de können sich betroffene Frauen, Menschen aus dem sozialen Umfeld der Betroffenen und Fachkräfte zu allen Formen von Gewalt gegen Frauen beraten lassen.
Man könne einfach nicht oft genug auf dieses Hilfeangebot hinweisen, sagt Dr. Silke Launert, die bereits mehrfach auf das Hilfetelefon aufmerksam gemacht hat. Das Telefon unterstütze betroffene Frauen rund um die Uhr, anonym, kostenfrei und in 17 Sprachen. „Gewalt gegen Frauen ist Realität und darf kein Tabuthema sein. Lassen Sie uns daher das Schweigen brechen!“, so Dr. Silke Launert.
Gewalt in Ehe und Partnerschaft, sexuelle Übergriffe und Vergewaltigung sowie Stalking und Digitale Gewalt, aber auch Menschenhandel, Gewalt im Rahmen von Prostitution und Genitalverstümmelung – Gewalt gegen Frauen hat viele Ausprägungen. Das im März 2013 eingerichtete, bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ erleichtert all denen die Kontaktaufnahme, die den Weg zu einer Einrichtung vor Ort zunächst scheuen oder sie aus unterschiedlichen Gründen nicht aufsuchen können.
An 24 Stunden und 365 Tagen im Jahr sind mehr als 80 Beraterinnen unter der Rufnummer 08000 116 016 und über die barrierefreie Webseite www.hilfetelefon.de kostenlos und vertraulich erreichbar. Das Angebot richtet sich aber auch an Menschen aus dem sozialen Umfeld von Betroffenen sowie an Fachkräfte wie Ärzte, Krankenpfleger, Lehrer oder Sporttrainer.
Sowohl die Telefon- als auch die Onlineberatung sind vertraulich: Anrufe können nicht zurückverfolgt werden, E-Mail-Austausch und Chat sind anonymisiert. Sprachbarrieren gibt es nicht: Jederzeit können Dolmetscherinnen für 17 Fremdsprachen zu den Gesprächen dazu geschaltet werden. Auch hörbeeinträchtigte Menschen können das Hilfetelefon mittels eines Gebärdensprachdolmetschdienstes kontaktieren. Die Beraterinnen sind qualifizierte Fachkräfte mit Erfahrung in der Beratung von gewaltbetroffenen Menschen.
Das Hilfetelefon verzeichnet seit dem 6. März 2013 von Jahr zu Jahr steigende Beratungs- und Kontaktzahlen. Insgesamt mehr als 185.000-mal haben sich zwischen 2013 und 2018 Ratsuchende per Telefon, Chat und E-Mail an das bundesweite Beratungsangebot gewandt. Über 105.000 von Gewalt betroffene Personen nutzten das niedrigschwellige Angebot und ließen sich individuell beraten. Auch die anderen Zielgruppen des Hilfetelefons wurden erreicht:
Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ informiert auch bei Facebook über aktuelle Themen, Hintergründe sowie die Öffentlichkeitsarbeit des Beratungsangebotes: www.facebook.com/hilfetelefon . Aus Gründen des Datenschutzes sowie der Wahrung von Anonymität und Vertraulichkeit findet die Beratung zu Gewalt gegen Frauen jedoch ausschließlich unter der Nummer 08000/116 016 sowie per E-Mail und Chat auf der Webseite www.hilfetelefon.de statt.

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