Bayreuth. Vor wenigen Wochen hatte die Bayreuther CSU Bayreuth angekündigt, aus der Stadt eine „Klima-City“ zu machen. Nun veranstaltete die CSU gemeinsam mit dem Arbeitskreis Hochschule und Kultur einen Vortrag mit anschließender Debatte zum Thema Batterietechnik und E-Mobilität. Referent war mit Professor Dr. Josef Breu ein ausgewiesener Experte im Bereich der Batterien.
Zunächst berichtete Breu über das neue Bayerische Zentrum für Batterietechnik (BayBatt), das seit dem vergangenen Jahr an der Uni Bayreuth angesiedelt ist. Die Forschung im Bereich der Energiespeicherung sei seiner Meinung nach enorm wichtig für die sinnvolle Umsetzung der Energiewende. Breu: „Die Entwicklung leistungsfähiger Batterien und die damit verbundene Frage der Energiespeicherung ist zu einer der essenziellen Zukunftsfragen geworden.“ Erneuerbare Energien wie etwa die Windkraft oder die Solarenergie können nicht genau dann angezapft werden, wenn man sie benötigt. Um diese Schwankungen in der Energieproduktion auszugleichen, seien Energiespeicher wie Batterien ein sinnvoller Beitrag zur Lösung.
Auch der aktuelle Hype um die Elektro-Mobilität wurde vom Professor kritisch angesprochen. Er hält diesen nicht unbedingt für sinnvoll, denn: „Auch die Elektromobilität ist nicht CO2-frei.“. Die Produktion der Batterien sei so umweltbelastend und toxisch, dass ein Kleinwagen mit Lithium-Ionen-Akku nicht sehr viel klimafreundlicher ist, als ein Dieselauto. Gerade die aktuellen Bestrebungen der Automobilhersteller, größere und leistungsstärkere PKWs mit Elektromotor zu bauen, sind laut Professor Breu kein Beitrag zur klimaneutralen Mobilität.
In der anschließenden Diskussion mit den Besuchern wurde auch über andere Antriebsformen wie zum Beispiel das Wasserstoffauto gesprochen. Deutlich wurde hierbei, dass nur ein Umstieg der Antriebsart allein nicht ausreicht. Die Mobilität der Menschen müsse sich grundsätzlich ändern. Prof. Breu plädierte dafür, mehrere verschiedene Batteriezentren in Deutschland zu gründen, um den Wettbewerb für die besten Ideen zu fördern. Dafür muss allerdings die finanzielle Ausstattung der Zentren enorm verbessert werden. Die zum Beispiel für Bayreuth bereitgestellten Mittel reichen bei weitem nicht aus, um das Bayerische Zentrum für Batterietechnik effektiv arbeiten zu können.
Die Bayreuther Bundestagsabgeordnete sagte zu, dass sie sich für eine bessere finanzielle Ausstattung des Forschungszentrums für Batterietechnik in Bayreuth einsetzen möchte. „Eine hohe finanzielle Ausstattung ist unabdingbar, um eine effektive Forschung im Bereich der Batterietechnik überhaupt zu ermöglichen!“ unterstützt die CSU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Dr. Silke Launert die Forderung von Prof. Breu. Weiter sieht sie in den Plänen zur Schaffung eines „Batterienetzwerks Süddeutschland“ eine Schwächung des Batteriezentrums in Bayreuth.
Sie forderte ein Bekenntnis zum Standort Bayreuth und ergänzte: „Bei der Eröffnung des BayBatt im vergangenen Jahr war noch von einem „Leuchturmprojekt für die Region Oberfranken“ die Rede. Hierbei darf es nicht nur bei reinen Lippenbekentnissen bleiben, sondern es müssen Taten folgen. Dem Zentrum für Batterietechnik fehlt es an finanziellen Mitteln und diese müssen daher schnellstmöglich in entsprechender Höhe bereitgestellt werden. Wir dürfen nicht den Anschluss beim Zukunftsfeld Batterieforschung und -entwicklung verlieren, sondern müssen stattdessen Vorreiter in einem weltweit knallhartem Wettbewerb der Ideen werden.“ Dafür bietet die Universität Bayreuth mit den Schnittstellen von Materialwissenschaft, Elektrochemie, Ingenieurwissenschaft, Informationstechnologie und Ökonomie die besten Voraussetzungen, um effektive Lösungen in der Batteriespeichertechnik zu erforschen.

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