„Wir haben in Mehlmeisel auch schon Visionen umgesetzt, sonst hätten wir den Wildpark nicht“, sagt Bürgermeister Fritz Tauber. Diesmal geht es ihm unter anderem um die marode Sport- und Festhalle aus dem Jahr 19961. Bei einem Ortstermin mit der Bundestagsabgeordneten Silke Launert einigte man sich darauf, gemeinsam bei der Regierung von Oberfranken vorzusprechen, um eine optimale Förderung zu erreichen. Ein Verein alleine könne die Sanierung unmöglich finanzieren, so Launert. Derzeit werde die Halle von den Sportvereinen und von den Schulen genutzt. In der Halle finden aber kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen, wie etwa die Prunksitzung der Faschingsgesellschaft Helenesia Mehlmeisel statt.

Die touristische Attraktion von Mehlmeisel ist der 90000 Quadratmeter große Wildpark am Naherholungsgebiet Bayreuther Haus. Bereits von zehn Jahren sei dort das Waldinformationszentrum Bayreuther Haus eröffnet worden, in den Jahren 2012 und 2013 kam der Wildpark in dem bis dato maroden Wildgehegen dazu. „Wir zählen rund 70000 Besucher pro Jahr“, sagt Bürgermeistert Tauber. Aktuell sei bereits eine Erweiterung im Gespräch. Denkbar sei es beispielsweise den Wolf und den Bären in Mehlmeisel zu präsentieren. Betreiber des Wildparks ist Eckardt Mickisch, der in Wunsiedel auch den Greifvogelparkt betreibt. Daneben sind auch ein Walderlebniszentrum der Bayerischen Staatsforsten und vielleicht sogar ein Baumwipfelpfad im Gespräch.

„Touristisch sind der Wildpark und der Skilift das einzige, was wir haben“, sagte der Bürgermeister und verwies auf die relativ überschaubaren Gewerbesteuereinnahmen. Eine gewerbliche Großansiedlung schloss er für seine Gemeinde aus. Man könne froh sein, dass es noch zwei Metzgereien und zwei Bäckereien mit Lebensmittelvollsortiment in Mehlmeisel gebe. Nach dem Abzug der Sparkasse ist für die Geldversorgung die Commerzbank zuständig. Eine Gastwirtschaft gebe es im Hauptort dagegen nicht mehr. Glücklich ist die Gemeinde auch über ihren Kindergarten mit Krippe. „51 Kinder besuchen uns derzeit, 49 aus Mehlmeisel, zwei aus der Nachbargemeinde Fichtelberg“, sagte die Leiterin Petra Köstler.

Auch mit der zweiten touristischen Großattraktion, dem Klausenlift, hat die Gemeinde einiges vor. Für Anfänger sei der Klausenhang zu steil, sagte Bürgermeister Tauber. Trotzdem sollen Familien mit Kindern künftig einen kompletten Wintertag zum Skisport in Mehlmeisel verbringen können. Dazu sollen unterhalb des jetzigen Klausenliftes ein Anfängerlift, eine Rodelbahn und ein Skischulbereich entstehen. Dazwischen wird es Förderbänder geben und spielerische Figuren geben, die den Skiläufernachwuchs ansprechen.

Nach den Worten von Bürgermeister Tauber hat Mehlmeisel 1319 Einwohner, die ihren Hauptwohnsitz in der Gemeinde haben. Während die Einwohnerzahl derzeit relativ konstant ist, seien es in den 1970er Jahren schon einmal 1600 Einwohner gewesen. Mehlmeisel erstreckt sich auf neun Ortsteile mit einer Fläche von 13,25 Quadratkilometern.

Am Rande des Gemeindebesuches gratulierte die Bundestagsabgeordnete Silke Launert dem langjährigen Mehlmeisler BBV-Ortsobmann Dietmar Höss zu dessen 60. Geburtstag und bedankte sich für dessen herausragendes ehrenamtliches Engagement. Sohn Johannes betreibt in der Webergasse in Mehlmeisel die Bäckerei Höss. Mit Enkel Ludwig steht bereits die dritte Generation in den Startlöchern.

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