Deutschland gilt als größtes Bordell Europas und Hochburg für Menschenhändler. Nach wie vor sind Frauen und Mädchen besonders betroffen. Die Frauen-Union Oberfranken nutzt den Internationalen Weltfrauentag am 8. März 2014, um die herrschende Gewalt gegen Frauen grenzüberschreitend anzuprangern. Monika Hohlmeier, MdEP und Dr. Silke Launert, MdB diskutieren dazu ab 9:00 Uhr in der Bayreuther Gaststätte Glenk Garten mit Vertretern der Sicherheitsbehörden sowie Opferschutzverbänden.

„In Europa leben fast eine Million Menschen als Zwangsarbeiter in der Prostitution und im illegalen Gewerbe. Ich setze mich dafür ein, dass alle uns zur Verfügung stehenden Mittel und Daten wie etwa aus Ein- und Ausreisedatenbanken genutzt werden, um diese Menschen aus ihrem Joch zu befreien und diese Situation zu ändern. Die Fälle der in Griechenland und Irland aus den Fängen von Kinderhändlern befreiten Mädchen zeigt, wie dreist Menschenhändler agieren. Ein konkreter Schritt wäre das geplante Einreiseregister für den Schengenraum zur Bekämpfung dieser Verbrechen, das nun so schnell wie möglich umgesetzt werden muss“, so Hohlmeier.

Über Änderungen im Strafrecht, der Gewerbeordnung und dem Aufenthaltsrecht müssen (die überwiegend weiblichen) Opfer von Zwangsprostitution und Menschenhandel endlich wirksam geschützt werden. „Das Prostitutionsgesetz von 2001 muss dringend überarbeitet werden, weil es die Situation von Prostituierten nicht verbessert hat, sondern im Ergebnis denen in die Hände spielt, die im

kriminellen Begleitmilieu verdienen“, argumentiert Dr. Launert. Das Bundeskriminalamt weist jährlich ca. 500 Verurteilungen von Menschenhandel und Zuhälterei aus, obwohl die Dunkelziffer nach einhelligen Berichten um ein vielfaches höher ist. Die geltende Rechtslage bietet keinen ausreichenden Schutz für Frauen und Männer in der Prostitution.

Wir freuen uns daher, dass wir uns im Koalitionsvertrag verbindlich auf Nachbesserungen einigen konnten. Diese müssen nun umfassend und zügig gesetzlich verankert werden, damit künftig gewährleistet ist, dass Deutschland dem Menschenhandel und der Zuhälterei auf dem Rücken schutzloser Frauen den Riegel vorschiebt. Dr. Launert drängt zur Eile: „Mit jedem weiteren Tag, an dem die geltende Rechtslage in Deutschland bestehen bleibt, wird die Notlage von Mädchen und Frauen, teilweise auch von Jungen und Männern, zur sexuellen Ausbeutung ausgenutzt. Wer an dieser Form der Ausbeutung willentlich mitwirkt, muss dafür strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Der Staat trägt die Verantwortung dafür, dass wirksame Schutzmechanismen geschaffen werden, damit Frauen und Männer nicht aus wirtschaftlicher Not oder gegen ihren ausdrücklichen Willen zur Prostitution gezwungen werden können.“

Hinzu kommt, dass Opfer von Zwangsprostitution und Menschenhandel meistens besonders verletzliche Personen sind, die alleine in Deutschland sind und sich nicht verständigen können. Ihrem Schutz Ihrem Schutz sind wir besonders verpflichtet. Wir müssen den betroffenen Frauen daher eine sichere Rechtslage schaffen und ihnen Angebote zur Seite stellen, in denen sie vertrauensvolle Ansprechpartner und Unterstützung für den Übergang in eine sichere und menschenwürdige Existenz finden können. „Kriminelle schrecken nicht zurück, aus den Schicksalen, der Gesundheit oder gar dem Leben von unschuldigen Menschen Profit zu schlagen. Menschenhändler haben im letzten Jahr 26 Milliarden Euro verdient. Die EU muss sich logistisch besser aufstellen und finanziellen Ressourcen im Kampf gegen internationale Schwerstkriminalität ausbauen und bündeln“, so Hohlmeier.

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