Bayreuth. Der 53-jährige Polizeibeamte Rainer Nachtigall aus Nürnberg ist neuer bayerischer Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG). Nachtigall wurde beim Landeskongress in Bayreuth mit großer Mehrheit zum Nachfolger von Hermann Benker gewählt, der nach 14 Jahren in dieser Position und nach 45 Dienstjahren mit Blick auf seinen bevorstehenden Ruhestand nicht mehr kandidiert hatte. Zu den Gratulanten gehörte auch die Bayreuther Bundestagsabgeordnete Dr. Silke Launert, die an der Festveranstaltung im Arvena-Hotel teilgenommen hatte.
Neben der Wahl der neuen Gewerkschaftsspitze der mit 20000 Mitgliedern größten Berufsvertretung der Bayerischen Polizei haben die Delegierten unter dem Motto „Sicherheit – Made in Bayern“ über polizeispezifische Themen beraten und mehrere Resolutionen verabschiedet. Dabei ging es unter anderem um neue Technologien und ein zukunftsträchtiges Personalentwicklungskonzept für die bayerische Polizei.


Die Polizei habe sich in den zurückliegenden Jahrzehnten sehr gut entwickelt, vieles habe sich zum Positiven verändert, die DPolG habe daran maßgeblichen Anteil, sagte der scheidende Vorsitzende Benker. Was Ausbildung, Ausrüstung und auch Besoldung betrifft, hätten die Beamten heute vieles der Gewerkschaft zu verdanken. Ihm sei es aber vor allem auch darum gegangen, das Ansehen der Polizei in der Gesellschaft stetig zu verbessern.


In seiner Antrittsrede forderte der neue Vorsitzende Nachtigall „beste Konzepte für beste Kräfte“. Er wandte sich gegen den schleichenden Abbau von Tarifbeschäftigten bei der bayerischen Polizei und bot dem Ministerium einen Konsens in Sachen Arbeitszeitdiskussion an. Nachtigall plädierte für den Einsatz von Bodycams und forderte die derzeitige Erprobungsphase für Taser (Elektroschockpistolen) auszuweiten. Die derzeitige Testphase könne nur ein Zwischenschritt zur Ausweitung auf alle Dienststellen sein, sagte er.


Innenstaatssekretär Gerhard Eck zog eine hervorragende Sicherheitsbilanz für den Freistaat und bedankte sich bei den Beamten für deren Einsatz. Bayern sei Spitzenreiter in Sachen innere Sicherheit und anderen Bundesländern damit weit voraus. Der Freistaat treffe klare Entscheidungen, dulde keine rechtsfreien Räume und reagiere unverzüglich auf neue Entwicklungen. Eck bedankte sich auch beim scheidenden Vorsitzenden. Benker habe die Interessen der Mitglieder engagiert, kraftvoll und sachkundig vertreten. Außerdem habe Benker die DPolG zu einem wichtigen Ansprechpartner in Fragen der Inneren Sicherheit gemacht. Nachfolger Rainer Nachtigall versprach der Staatssekretär eine weiterhin konstruktive Zusammenarbeit.
Bayreuths Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe bezeichnete die bayerischen Polizeibeamten als Garanten der Sicherheit. Das bedeute auch, Bürger könnten sicher sein, dass extremistischen und rassistischen Kräften kein Raum gegeben wird.
Zum Ersten Stellvertretenden Landesvorsitzenden wurde der 54-jährige Jürgen Ascherl aus München gewählt. Weitere stellvertretende Landesvorsitzende sind Eduard Dosch (Königsbrunn), Michael Hinrichsen (Regensburg) und Jürgen Köhnlein (Bayreuth). Außerdem gehören dem Vorstand noch Thorsten Grimm (Würzburg), Stefan Kemptner (Ingolstadt), Thomas Lintl (Würzburg) und Reinhold Merl (Rosenheim) an.

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