Bayreuth. Die Bundestagsabgeordnete Silke Launert (CSU) hat das Direktmandat im Wahlkreis Bayreuth/Forchheim klar gewonnen. Launert erreichte knapp 47 Prozent der Stimmen, ihre Herausforderin Anette Kramme (SPD) kam auf gut 21 Prozent. Damit tritt die 40-jährige die Nachfolge von Hartmut Koschyk an, der seit 1990 Mitglied des Bundestages war und seit 1994 den Bundestagswahlkreis Bayreuth/Forchheim vertrat.
Zu diesem Wahlkreis gehören die Stadt und der Landkreis Bayreuth sowie 10 Kommunen aus dem Landkreis Forchheim. Bei den Zweitstimmen hat die CSU in allen Gemeinden des Wahlkreises Bayreuth-Forchheim die meisten Stimmen geholt. Hier kam die CSU auf 42 Prozent, die SPD auf etwas über 18 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 78 Prozent.
Koschyk gehörte auch zu den ersten Gratulanten bei der Wahlparty in Engins Ponte am Luitpoldplatz. Neben einem Blumenstrauß hatte er auch ein eigens angefertigtes großformatiges Schild mit der Aufschrift „Dr. Silke Launert, direkt gewählte Abgeordnete des Deutschen Bundestages im Wahlkreis Bayreuth-Forchheim“ mit Bundesadler und den Farben der Deutschlandflagge für Launert als Geschenk parat. Koschyk erinnerte daran, dass er 1990 ebenfalls mit einem Ergebnis knapp unter 50 Prozent der Direktstimmen erstmals in den Bundestag eingezogen war. Weitere Gratulanten waren unter anderem die Landtagsabgeordnete Gudrun Brendel-Fischer, Landrat Herrmann Hübner, Altoberbürgermeister und CSU-Stadtverbandsvorsitzender Michael Hohl und Listenkandidatin Stephanie Kollmer.
Silke Launert freut sich über ihren klaren Sieg, blickte aber dennoch mit einiger Sorge in die Zukunft, Das Erstarken des rechten Randes werde die parlamentarische Arbeit in den kommenden Jahren deutlich schwieriger machen, sagte sie. Auch über das historisch schlechte Abschneiden der CSU in Bayern macht sich die Politikerin angesichts der im nächsten Jahr bevorstehenden Landtagswahlen Gedanken. „Das müssen wir wieder aufholen“, so Launert.
Für die Abgeordnete geht die Arbeit bereits am Montag nahtlos weiter: Der Zusammenkunft des Parteivorstandes in München folgt die Sitzung der CSU-Fraktion in Berlin. Silke Launert hält es für wahrscheinlich, dass bei den aktuellen Mehrheitsverhältnissen alles auf eine „Jamaika-Koalition“ der Union mit FDP und Grünen hinauslaufen wird.
Insgesamt bleibt die Union nach der Bundestagswahl zwar stärkste Kraft und hat die Wahl damit klar gewonnen, aber dennoch dramatisch an Stimmen verloren. Ein Debakel war das Ergebnis für auch für die SPD, sie stürzt auf ein historisches Tief ab und kündigte an, in die Opposition gehen zu wollen. Die AfD zieht mit einem klar zweistelligen Ergebnis als drittstärkste Kraft ins Parlament ein. Damit zieht erstmals seit 1949 wieder eine Partei rechts von der Union ins Parlament ein. Es folgen FDP, Grüne und Linke.

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