Ein weithin unbekanntes und in jeder Hinsicht ungewöhnliches Unternehmen: das ist hr4you, ein Softwarehouse in Ebermannstadt, das webbasierte Systeme für personalwirtschaftliche Prozesse entwickelt und vertreibt. „Wir helfen Unternehmen mit unseren Softwarelösungen deren Vakanzen oder die Vakanzen ihrer Kunden zu besetzten“, erläuterte Vorstand Konrad Schlebusch, bei einem Informationsbesuch der Bundestagsabgeordneten Silke Launert und des Landtagsabgeordneten Michael Hofmann.

Die hr4you ist spezialisiert auf die Entwicklung von Software für den Personalbereich. Dabei hätten vor allem ein hohes Maß an Datenschutz und Sicherheit, das Unternehmen zu einem der Marktführer für HR-Software gemacht, so Vorstand Schlebusch, der aus Gelsenkirchen stammt und seit 2004 in Ebermannstadt lebt. „Wir sind Pioniere, die sich mit Cloud-basierter Software beschäftigen“, so der Vorstand. In den einzelnen Softwarelösungen geht es unter anderem um Dienstleistungen für Zeitarbeitsfirmen, Personalvermittlung, Bewerbermanagement oder die digitale Personalakte. Kunden sind unter anderem Automobilkonzerne, Versicherungen und vor allem öffentliche Einrichtungen und Personaldienstleiter.

Das Familienunternehmen entstand als Startup im Jahr 2000 und bestand damals aus den drei Gründern, heute sind es insgesamt mehr als 80 Mitarbeiter an den drei Standorten in der Fränkischen Schweiz, in Ostfriesland und Oldenburg. Der schmucke Neubau in Ebermannstadt ist seit Oktober 2015 bezogen, hier ist der Vertrieb, Marketing und ein kleiner Teil des Consultings angesiedelt, in Oldenburg Consulting und Support und in Ostfriesland die Bereiche Entwicklung, Consulting, Support und Verwaltung. Beim Besuch der beiden Politiker ging es in der Diskussion vor allem um die Thema Datenschutz und den Breitbandausbau am Standort Ebermannstadt.
Zum Gemeindebesuch der Bundestagsabgeordneten Launert und des Landtagsabgeordneten Hofmann gehörte auch ein Besuch der Polizeiinspektion Ebermannstadt. Der Zuständigkeitsbereich umfasse den östlichen Forchheimer Landkreis mit einer Fläche von rund 370 Quadratkilometern und einer Einwohnerzahl von knapp 40000, so der PI-Leiter Manfred Hähnchen. Als Grenzen des Inspektionsbereiches nannte er im Süden der Regierungsbezirk Mittelfranken mit den Landkreisen Erlangen-Höchstadt und Nürnberger Land, im Norden die oberfränkischen Landkreise Bayreuth und Bamberg.

„Wir sind eine typisch ländliche Dienststelle“, sagte Hähnchen. Trotzdem nehme auch hier die Internetkriminalität einen immer höheren Stellenwert ein. Ähnlich wie bei Drogen- oder Sexualdelikten werde deshalb die Präventionsarbeit immer wichtiger, so Klaus Steinhübel, der für den Bereich der Prävention zuständig ist. Prävention sei wichtig und notwendig, so die Bundestagsabgeordnete Silke Launert. Freilich sei dazu auch mehr Personal erforderlich.
Ebenfalls in der Innenstadt von Ebermannstadt befindet sich das Seniorenzentrum Fränkische Schweiz, das von der Diakonie Bamberg-Forchheim betrieben wird. Pflegedienstleiterin Stephanie Sommer geht es vor allem um das Image der Pflege in der Öffentlichkeit. Oft komme die Pflege nicht gut weg, weil Sachverhalte falsch dargestellt würden, sagte sie. Deshalb müsse die Einrichtung auch ihren Nachwuchs selbst heranziehen, anders sei es nicht mehr möglich geeignete Kräfte zu gewinnen.

Im Seniorenzentrum Fränkische Schweiz gibt es 72 Wohnungen für betreutes Wohnen und 36 stationäre Pflegeplätze. Die Bewohner profitierten vor allem vom familiären Charakter, so die Pflegedienstleiterin. Beim betreuten Wohnen könnten die Notfallknopf, „Essen auf Rädern“ und der ambulante Pflegedienst für pflegerische und hauswirtschaftliche Hilfe hinzugebucht werden. Als großen Pluspunkt der Einrichtung bezeichnete Stephanie Sommer den manchmal unausweichlichen Übergang vom betreuten Wohnen in die stationäre Pflege. Umgebung und Personal seien den Bewohnern längst bekannt, das soziale Umfeld müsse nicht verlassen werden.
Ein ebenfalls ungewöhnliches Unternehmen stand am Ende des Gemeindebesuches in Ebermannstadt. Mit der Eventagentur Freistil betreibt Thomas Merz nicht nur einen Sportartikelladen für die Bereiche Running, Teamsports, Fitness, Outdoor und Lifestyle, sondern auch eine Event-Agentur, die Projekte auf der ganzen Welt umsetzt.

Merz kümmert sich nicht nur um die Marketingaktionen von Adidas etwa zur WM 2014 in Brasilien, er kümmerte sich auch um den Miniatur-Nachbau des Berliner Olympiastadions vor dem Reichstag bei der WM 2006, betreut die Adidas-Logen in der Münchner Allianz-Arena, oder war beim Confed-Cup in Moskau vor Ort. In Zukunft sollen von Ebermannstadt aus Events kreiert werden, die komplett nachhaltig sind, sagt Merz und denkt dabei etwa an einen plastikfreien Berlin-Marathon. „Müllberge passen nicht zu Sportveranstaltungen“, so der studierte Betriebswirt, der auch die Region nicht aus dem Auge verliert. In Gößweinstein möchte er beispielsweise eine Anlaufstelle für Outdoor-Konzepte aus den Bereichen Klettern, Biken oder Yoga einrichten.

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