Betzenstein. Ein überaus positives Resümee über die Dorferneuerung in Betzenstein hat Bürgermeister Claus Meyer gezogen. „Unsere Stadt hat ihr Gesicht merklich verändert“, sagte Meyer bei einem öffentlichen Rundgang zu Projekten der Dorferneuerung, an dem unter anderem auch Dr. Silke Launert teilgenommen hatte. Betzenstein sei ein Vorzeigeprojekt, hieß es dabei immer wieder, wobei auch die Investitionen von privater Hand ganz besonders herausgestellt wurden. Der Rundgang fand im Rahmen der Aktion „100 Mal starker ländlicher Raum – Lebendiger Ortskern im Denkmal“ statt.
Eine der beispielgebenden Projekte ist nach den Worten von Lothar Winkler vom Amt für ländliche Entwicklung das Maasenhaus, das bereits den bayerischen Staatspreis erhalten hatte. Hier werde demonstriert, wie man an alte, überwiegend denkmalgeschützte Bausubstanz herangegangen ist, sagte Winkler. Das Maasenhaus gilt als ältestes Haus am Markt, das nach umfassender Sanierung zum Zentrum für Tourismus und Kultur umgestaltet wurde.
Mit der denkmalgerechten Sanierung und Revitalisierung des Maasenhauses habe ein wichtiges Gebäude des historischen Stadtkerns vor dem Abriss bewahrt und einer zukunftsfähigen öffentlichen Nutzung zugeführt werden können, so Bürgermeister Meyer. Die Maßnahme sei Ausdruck des klaren Bekenntnisses der Stadt Betzenstein zur Innenentwicklung und Vorbild für weitere Sanierungen im Rahmen der Dorferneuerung.
Das Maasenhaus wurde 1612 als Ackerbürgerhaus errichtet und ist Teil des denkmalgeschützten Ensembles im historischen Stadtkern. Nach über 20 Jahren Leerstand befand sich das Gebäude in einem äußerst desolaten Bauzustand und galt als Schandfleck in der Stadtmitte. Abgeschreckt durch die zu erwartenden hohen Kosten schenkte ein Privatmann das Gebäude der Kommune. Die Stadt stellte sich ihrer Verantwortung und sanierte das Haus nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten. Dabei wurden beispielsweise auch unsachgemäße Eingriffe beseitigt und nach historischem Vorbild ersetzt. Zudem wurde eine moderne Pelletsheizung eingebaut. Heute beherbergt das Gebäude unter anderem ein Tourismusbüro und das Verkehrsamt, eine Bücherei sowie Ausstellungsräume und eine Amtsstube.
Insgesamt 3,8 Millionen Euro wurden seit 2003 für die öffentlichen Maßnahmen in die Dorferneuerung investiert, der Großteil davon in die Kanalsanierung. Insgesamt seien Fördergelder in Höhe von 2,6 Millionen Euro geflossen.
Weitere beispielhafte Projekte des Rundgangs waren unter anderem das ehemaligen Gasthaus „Tiefer Brunnen“, in dem Mitte Oktober eine Frühstückspension eröffnet, das Scheunenviertel, in dem eine alte Scheune neben dem oberen Tor hergerichtet wird, und der ehemaligen Gasthof Burghardt, für den mittlerweile ein Käufer gefunden werden konnte.

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