Bayreuth. Als Stadt mit nationaler kultureller Bedeutung hat der bayerische Finanzminister und designierte Ministerpräsident Markus Söder die Stadt Bayreuth bezeichnet. Beim Neujahrsempfang der CSU im König-Ludwig-Saal der Sudpfanne nannte er die Existenz des Weltkulturerbes Markgräfliches Opernhaus und des Richard-Wagner-Festspielhauses einmalig. Diesem Anspruch sollte die Stadt auch gerecht werden, so Söder vor über 400 Gästen.
Aus Bayreuther Sicht habe die Stadt allen Grund, zuversichtlich auf das Jahr 2018 zu blicken, sagte zuvor der Fraktionsvorsitzende im Stadtrat Stefan Specht. Im April stehe die glanzvolle Wiedereröffnung des Markgräflichen Opernhauses an. Bayreuth habe allen Grund den Titel Weltkulturerbe mit Stolz zu tragen. Davon verspreche man sich auch positive Auswirkungen auf den Tourismus. Allerdings soll das Markgräfliche Opernhaus kein totes Museum, sondern ein lebendiges Theater sein.

Bürgermeister Thomas Ebersberger würdigte Söders Einsatz nicht nur bei der Generalsanierung des Markgräflichen Opernhauses sowie des Richard-Wagner-Festspielhauses, sondern auch bei der Sanierung der Bayreuther Stadthalle, die er als augenzwinkernd „drittes Festspielhaus“ sowie als „Mainphilharmonie“ bezeichnete. Er rief dazu auf, keine Angst vor Visionen zu haben und nicht immer nur den Status Quo halten zu wollen. Die Chancen stünden für Bayreuth 2018 hervorragend.
Keine Angst vor Visionen, das war auch das Motto der Landtagsabgeordneten Gudrun Brendel-Fischer. Die Sanierung der Stadthalle gehöre genauso dazu, wie der Medizincampus Oberfranken oder die Innovationswerkstatt an der Universität, für die im aktuellen Nachtragshaushalt die ersten Schritte gemacht worden seien. Zur positiven Entwicklung der Mittelstandslandschaft sei künftig eine engere Zusammenarbeit aller Akteure innerhalb der Region von großer Bedeutung.

Minister Söder spannte in seiner Rede einen weiten Bogen von der Kommunal- über die Landes- bis hin zur Bundespolitik. Deutschland als stärkstes Land Europas brauche auch eine starke Regierung, sagte er mit Blick auf die anstehenden Sondierungsverhandlungen in Berlin. Deutschland gehe es so gut wie nie zuvor. Die Arbeitslosigkeit befinde sich auf einem Rekordtiefststand, Jugendarbeitslosigkeit spiele praktisch keine Rolle, finanziell sei Deutschland glänzend aufgestellt. Deutschland gehe es so gut wie nie, trotzdem gebe es die paradoxe Situation, dass dies viele Menschen nicht so empfinden. Söder räumte ein, dass es Menschen gibt, die an diesem Prozess nicht in gleicher Weise teilhaben können. Die Sorgen dieser Menschen müsse die Politik ehrlich und ernsthaft angehen, um mehr Menschen die Teilhabe zu ermöglichen.
In Sachen Zuwanderung sprach sich Söder für eine sinnvolle und wirksame Begrenzung aus. Deutschland helfe gerne, es gebe kein barmherzigeres Land. Trotzdem mache beispielsweise der Familiennachzug keinen Sinn, wenn jemand gar nicht anerkannt ist.
Zu seiner künftigen Rolle als Ministerpräsident merkte Söder an, dass er nicht alles anders machen, aber einige neue Akzente setzen werde. Er nehme die Herausforderung mit Mut und Demut an und sei sich durchaus bewusst, dass er ein großes Erbe antrete. Für ihn komme es nicht darauf an, sich anzubiedern, sondern Leistung zu zeigen für das Land.


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