Bayreuth. Am Bezirkskrankenhaus in Bayreuth beginnt eine neue Ära: „Wir heben die psychiatrische Versorgung auf ein neues Niveau", sagte der oberfränkische Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler bei der Einweihung des Neubaus der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik.
Der lichtdurchflutete Bau könne sich sehen lassen, so Gesundheitsministerin Melanie Huml. Sie sagte, dass die Investition in diesen Bau in Höhe von insgesamt 20 Millionen Euro auch ein Zeichen dafür sei, dass „uns psychisch kranken Menschen etwas wert sind". Auch solche Zeichen, architektonischer und finanzieller Art, könnten helfen, Barrieren in den Köpfen einzureißen, die im Bereich Psychiatrie immer noch vorhanden wären. In dem neuen Bau der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik sind 92 stationäre und acht tagesklinische Behandlungsplätze untergebracht.
Die Einweihung des Neubaus sei allerdings nur ein Punkt im Zukunftskonzept der Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken (GeBo). Nahezu alle Redner wiesen bei der Einweihung darauf hin, was noch alles ansteht: Ein Klinikneubau in Kutzenberg, die Erweiterung der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, der nächste Bauabschnitt der Forensischen Psychiatrie, Investitionen an den Standorten Rehau und Hochstadt. "Wir erfüllen eine gesellschaftliche und eine moralische Aufgabe" mit der Behandlung von psychisch Kranken, so formulierte es GeBO-Vorstand Katja Bittner. "Deshalb planen wir weiter." Sie sprach davon, dass in den nächsten Jahren weit über 200 Millionen Euro investiert werden sollen. „Die hohe Qualität der Gesundheitsvorsorge ist alternativlos." Bittners Worten zufolge war man beim Bau sowohl im Kosten-, als auch im Zeitrahmen geblieben.
Der Neubau der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik ermögliche therapeutisches Arbeiten in seiner ganzen Vielfalt, legte Professor Thomas Kallert dar. Der Leitende Ärztliche Direktor sagte, dass der Neubau der Klinik ein neues Gesicht gebe - äußerlich wie innerlich. Denn nun sind kurze Wege möglich, die Psychotherapie und Psychosomatik sei hier konzentriert zu finden.
Ein neues Gesicht für die Psychiatrie - diesen Ball nahm Gesundheitsministerin Melanie Huml auf. Denn, so die Ministerin, es gelte weiter intensiv daran mitzuwirken, dass psychische Krankheiten ihr Stigma verlieren. Ein solcher Neubau helfe durch seine schöne Architektur hier eben auch mit, Barrieren in den Köpfen zu überwinden. Huml betonte, dass Bayern zu der flächendeckenden Versorgung und zur psychiatrischen Versorgung stehe. Und auch zum Millionenprojekt im Bezirksklinikum Obermain versprach sie: "Wir werden schauen, dass es zügig ins Bauprogramm aufgenommen wird. Das steht auf unserer Agenda“
Psychische Erkrankungen stünden inzwischen sehr im Fokus - dabei haben sie nicht zugenommen, werden allerdings heute häufiger behandelt, als noch vor einiger Zeit. Darauf wies Professor Thomas Pollmächer, Direktor des Zentrums für psychische Gesundheit am Klinikum Ingolstadt und Vorsitzender der Bundesdirektorenkonferenz, hin. Er warf einen Blick in die Zukunft, die er in zunehmend ambulanter Behandlung sieht, außerdem werde es „weitere Dezentralisierung und immer mehr aufsuchende Angebote“ geben. Er warb dafür, Medizinstudenten für das Fach zu begeistern. „Psychische Gesundheit muss im Medizinstudium früher gelehrt werden“, wir bräuchten außerdem eine Qualifizierung der Hausärzte im Bereich Psychiatrie und auch Pflegekräfte müssten dahingehend qualifiziert werden, Therapien zu übernehmen.

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