Creußen. Im Landgasthof „Gärtlein“ trafen sich die Delegierten der Frauen-Union Oberfranken zu ihrer Mitgliederversammlung. Die Bezirksvorsitzende Dr. Silke Launert begann die Versammlung mit einigen Worten zur aktuellen politischen Lage in Berlin und zur Arbeit der Frauen-Union.
Die emotionalen und klaren Worte Launerts führten zu einer längeren Diskussion über den aktuellen politischen Kurs der CSU. Die Mitglieder verteidigten die inhaltlichen Forderungen der Parteispitze, kritisierten allerdings die zu starke Fokussierung auf das Themenfeld der Migration und Flucht. Schließlich hätte die CSU gerade in Bayern viele Erfolge vorzuweisen. Die Bundestagsabgeordnete stimmte ihren Delegierten zu, bemerkte allerdings, dass auch die mediale Berichterstattung sich stark auf dieses Thema konzentriert und man deshalb nur selten die Gelegenheit bekommt, über andere Themen zu sprechen.
Ein neues Ausbildungsprogramm für künftige Landärzte stellte Gesundheitsministerin Melanie Huml bei der Bezirksversammlung vor. „Mein Ziel ist, noch mehr junge Mediziner für die Arbeit auf dem Land zu gewinnen“, sagte Huml. „Damit wollen wir für junge Mediziner eine Brücke bauen für ihren Weg aus der Universität in die Landarztpraxis.“ Das Programm zeichne sich durch eine intensive Betreuung der Medizinstudierenden in den Lehrkrankenhäusern und Hausarztpraxen aus sowie durch zusätzliche Angebote zur Einbindung in die Region wie etwa Wohnungsangebote, Projektarbeit oder Notdienstwochenenden, praxisnahe zusätzliche Ausbildungsinhalte und eine intensive Betreuung durch Mentoren. Ziel ist es, den angehenden Ärzten während des gesamten Studiums eine enge Beziehung zum Fach Allgemeinmedizin und zu ländlichen Regionen zu vermitteln." Im Rahmen des Programms erhalten Studierende ein monatliches Stipendium in Höhe von 600 Euro, wenn sie sich im Gegenzug dazu verpflichten, nach Abschluss des Studiums ihre Facharztweiterbildung für Allgemeinmedizin im Weiterbildungsverbund der Region zu absolvieren, in der die studentische Ausbildung erfolgt ist.
Auch das neue Landespflegegeld spielte eine Rolle. Huml verwies darauf, dass bereits mehr als 250000 Anträge dafür vorliegen. „Mit dem Landespflegegeld in Höhe von 1000 Euro jährlich stärken wir die Selbstbestimmung der pflegebedürftigen Menschen. Sie können damit zum Beispiel den Menschen, die sich um sie kümmern, eine Anerkennung zukommen lassen – oder sich selbst etwas Gutes tun“, sagte sie.
Über die aktuelle Lage der CSU sprachen im Anschluss die Ehrengäste der Bezirksversammlung. Dabei wurde auch von Emmi Zeulner ein besonderes Augenmerk auf Verbesserungen im Gesundheitssystem gelegt. Die Landtagsabgeordnete Gudrun Brendel-Fischer betonte, dass sie und die CSU gerade in die Weiterentwicklung Oberfrankens viel Mühe stecken. Zum Schluss sprach Monika Hohlmeier noch über die Gefahren der politischen Ränder. Sie mahnte, dass man keinesfalls aus Protest politische Ränder wählen oder unterstützen dürfe.
Die FU-Damen zeigten sich überaus interessiert und diskussionsfreudig. Launert dankte ganz besonders der Bezirksgeschäftsführerin Julia Rogler für ihr ehrenamtliches Engagement und die Organisation der Versammlung.

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